Alternative Anlagen
7. April 2020

Starke Wind- und Solarernte im ersten Quartal

Erneuerbare deckten Rekordverbrauch von 52 Prozent. Einbruch bei der Stromnachfrage durch Corona.

Erneuerbare haben im ersten Quartal 2020 laut Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) 52 Prozent des Bruttoinlandstromverbrauchs gedeckt. Das Rekordergebnis ist dabei Resultat verschiedener Sondereffekte, so der BDEW. So konnten einerseits starke Stromernten bei Wind speziell im Februar sowie bei Solar im März verzeichnet werden. Gleichzeitig ging der Stromverbrauch im ersten Quartal gegenüber dem ersten Quartal 2019 um ein Prozent zurück. Außerdem führten Kraftwerksstilllegungen Ende 2019 zu einer geringeren Einspeisung fossiler Energien.

„Die Leistungsfähigkeit der Erneuerbaren ist sehr erfreulich. Allerdings sollten wir uns immer vor Augen halten, dass es sich um eine Momentaufnahme handelt und viele Sondereffekte hineinspielen“, kommentierte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. „Die Rekordzahlen stehen in scharfem Kontrast zur dramatischen Situation beim aktuellen Ausbau von Wind- und PV-Anlagen: Werden die Hemmnisse und Deckel hier nicht zügig beseitigt, ist das 65 Prozent-Ziel bis 2030 kaum zu erreichen.“

„Gerade angesichts des wirtschaftlichen Einbruchs durch die Corona-Krise lohnen sich mehr Investitionen in Erneuerbare Energien“, so Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW. „Bei der Errichtung von Windenergie- und Solaranlagen bleibt im Vergleich zur Nutzung fossiler Energien ein deutlich größerer Anteil der Wertschöpfung im Land. Das wirkt sich positiv auf die Konjunktur und die Unternehmen aus. Hinzu kommt: Die Investitionen in Erneuerbare-Energien-Projekte sind wenig risikobehaftet – für Investoren, die der derzeit volatile Aktienmarkt abschreckt, eine finanziell lohnende Option.“

Starke Stromernte, Einbruch der Nachfrage

Eine starke Wind- und Stromernte meldet auch der Spezialist für Erneuerbare Energien Aream. „Beim Wind wurde ein Plus von fast 30 Prozent gegenüber Plan erzielt, bei Photovoltaik dank des sonnenreichen März immerhin noch ein Plus von zwei bis vier Prozent“, berichtete Geschäftsführer Markus W. Voigt. „Nicht nur, dass es einen windreichen Jahresstart gab, auch die Sonne spielte mit und bescherte den Wind- wie Solarparks deutliche Gewinne in der Stromproduktion.“

Sorgen machen könnte Energie-Investoren jedoch der Einbruch der Nachfrage nach Strom durch die Corona-Krise. Laut BDEW lag der Stromverbrauch in der Woche vom 23. bis 29. März 2020 um 7,4 Prozent niedriger als in der ersten Märzwoche. In anderen Ländern ist der Rückgang sogar noch stärker: Daten vom 30. bis 1. April verzeichnen gegenüber der ersten Märzwoche einen Rückgang von 30 Prozent in Italien, 20 Prozent in Frankreich, 19 Prozent in Spanien und 18 Prozent in den Niederlanden. Zwar sei der private Stromverbrauch durch mehr Aktivitäten im Home Office sowie an den Internetknotenpunkten gestiegen, jedoch überkompensiert der Wegfall des Verbrauchs der Industrie dies, so der BDEW. Aufgrund des Einspeisevorrangs der Erneuerbaren dürfte dies fossile Energien ungleich stärker treffen.

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