Versicherungen
10. Mai 2021

Startschuss für Versicherungsstresstest

Fokus der Eiopa auf verlängertes Covid-19-Szenario. Fünf deutsche Vertreter nehmen am Stresstest teil.

Die Eiopa hat ihren Versicherungsstresstest 2021 gestartet. Der Stresstest 2021 konzentriert sich auf ein verlängertes Covid-19-Szenario in einem „lower for longer“-Zinsumfeld. Das Szenario, das in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) entwickelt wurde, wird die Auswirkungen der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bewerten, die das Vertrauen weltweit beeinträchtigen und die wirtschaftliche Kontraktion verlängern. Der Stresstest soll sowohl die Auswirkungen auf die Kapital- als auch auf die Liquiditätsposition der betrachteten Unternehmen bewerten.

Wie die Aufsichtsbehörde meldet, umfasst die Studie 2021 44 europäische (Rück-)Versicherungsunternehmen: Die Unternehmen wurden auf der Grundlage der Größe, der EU-weiten Marktabdeckung, der betriebenen Geschäftsbereiche (Lebens- und Nichtlebensgeschäft), der Anzahl der vertretenen Jurisdiktionen und zweitens der lokalen Marktabdeckung ausgewählt. Insgesamt decke die Zielstichprobe, die in Zusammenarbeit mit den zuständigen nationalen Behörden definiert wurde, 75 Prozent des Europäischen Wirtschaftsraums ab, basierend auf den Gesamtvermögenswerten unter Solvency II.

Fünf deutsche Vertreter

Deutsche Vertreter sind Allianz, Münchener Rück, HDI/Talanx, R+V und Alte Leipziger-Hallesche. Bis zum 13. August müssen alle teilnehmenden Versicherungsgruppen ihre Berichtsformulare bei den nationalen Aufsichtsbehörden einreichen. Die Veröffentlichung der Stresstestergebnisse ist für Dezember 2021 geplant.

Peter Braumüller, stellvertretender Vorsitzender von Eiopa, sagte: „Dieser Stresstest ist von besonderer Bedeutung, weil er die Widerstandsfähigkeit der Solvabilitäts- und Liquiditätspositionen der europäischen Versicherer gegenüber einem ungünstigen Szenario bewertet, das im Gefolge einer Wirtschaftskrise und in einer Zeit hoher Unsicherheit eintreten könnte. Das Szenario spiegelt schwere, aber plausible Schocks wider und wird Ergebnisse liefern, die Aufschluss über die Widerstandsfähigkeit des europäischen Versicherungssektors geben. Die Übung sollte jedoch nicht als eine ‚Pass-or-Fail-Übung‘ betrachtet werden.“

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