Immobilien
5. Oktober 2021

Pflegeimmobilien: Nachfrage viel größer als Angebot

In Deutschland fehlen Pflegeimmobilien. Die wachsende Nachfrage verschärft die Situation, wie eine neue Studie zeigt.

Deutschland steht vor einem Mangel an Pflegeplätzen. So lautet das Ergebnis einer neuen Studie des Analyseunternehmens Bulwiengesa. Auftraggeber ist der Bestandshalter Cureus aus Hamburg.

Zunächst die gute Nachricht für Investoren: Der Markt für Pflegeimmobilien bietet aktuell „aussichtsreiche Marktparameter zum Bau und Betrieb von stationären Pflegeeinrichtungen“. Er sei geprägt von einer anhaltend hohen Nachfrage nach den speziellen Gebäuden. Gleichzeitig gebe es nicht genügend Angebot.

Bedarf an Pflegeimmobilien steigt

Die Nachfrage nach Pflegeimmobilien steigt laut der Studie in den kommenden Jahren rasant an. Zwar entstehen derzeit auch zahlreiche neue Gebäude in dem speziellen Marktsegment. Doch die Projektentwickler können den rasant steigenden Bedarf nicht befriedigen.

Laut Schätzung werden bis zum Jahr 2040 in Deutschland circa 472.000 neue Pflegeplätze benötigt. Der Großteil davon entfällt mit 372.000 Pflegeplätze in Pflegeheimen auf die zunehmende Alterung der Bevölkerung. Schätzungsweise 100.000 Plätze werden nötig, weil bestehende Immobilien modernisiert werden müssen.

Aktuell entstehen in Deutschland etwa 16.000 Pflegeplätze pro Jahr. Bis 2040 könnten so insgesamt 304.000 neue Pflegeplätze zusammenkommen. Werde die aktuelle Bautätigkeit zugrunde gelegt, steige die Lücke zwischen benötigten und vorhandenen Pflegeplätzen bis 2040 auf bis zu 168.000 vollstationäre Pflegeplätze, rechnen die Studienautoren vor.

Auch der Pflegeimmobilienmarkt altert

Der Markt für Pflegeimmobilien altert. Grund dafür seien die seit Jahren versäumten Modernisierungsvorhaben und fehlenden Neubauaktivitäten. Sie führten „zu der Verschiebung der Baualtersklassen hin zu den überwiegend 21 bis 30 Jahre alten sowie zu den über 40 Jahre alten Pflegeheimen“, heißt es. Derzeit seien 29 Prozent der 15.400 Pflegeheime älter als 40 Jahre. Auch beim Betreuten Wohnen rechnen die Studienmacher mit einem zunehmenden Nachfrageüberhang.

Die Errichtung neuer Pflegeplätze könne bei der derzeitigen Bautätigkeit und -geschwindigkeit nicht mit der wachsenden Nachfrage Schritt halten. Ein Grund dafür liegt nach Auffassung der Studienmacher in bundesweit unterschiedlichen, gesetzlichen Anforderungen. Sie erschwerten „eine Forcierung der Neubauaktivitäten“. Gefragt seien neue und konstruktive Lösungen, um der alternden Gesellschaft bis 2040 Pflegekapazitäten in ausreichendem Maße gegenüberstellen zu können.

Boom bei Gesundheitsimmobilien

Die Baisse in einigen Segmenten des Gewerbeimmobilienmarkts in Folge der Corona-Krise hat zu einem Boom bei Gesundheitsimmobilien geführt. Wie Zahlen des globalen Immobiliendienstleisters CBRE belegen, stieg das Transaktionsvolumen am Gesundheitsimmobilienmarkt im ersten Quartal 2021 im Vorjahresvergleich um 67 Prozent auf 790 Millionen Euro und verzeichnete damit das stärkste Auftaktquartal seit Beginn der Aufzeichnungen.

Über die Studie:
Von der Immobilienanalysegesellschaft Bulwiengesa gibt es eine neue Studie („Analyse und Zukunftsperspektiven des deutschen Pflegeimmobilienmarktes“). Auftraggeber ist der Immobilienbestandshalter Cureus aus Hamburg. Die Marktanalyse beleuchtet die demografischen Rahmenbedingungen in Deutschland. Sie charakterisiert die Angebots- und Nachfragesituation mit Fokus auf die Pflegeheimlandschaft und schätzt den Bedarf ab.

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