8. Oktober 2012

Studie: Nachhaltige Investments entwickeln sich weiter

Der europäische Dachverband für nachhaltige Geldanlagen hat die inzwischen fünfte Studie zum Thema Social Resonsible Investing veröffentlicht. In der aktuellen Markterhebung listet Eurosif wesentliche Anlagestrategien auf und geht auf ihr rasantes Wachstum ein.

Europäische Investoren wenden ein breites Spektrum an sogenannten sozial verantwortlichen Anlagestrategien (Social Resonsible Investments, SRI) an – häufig in Kombination. So lautet eine der wesentlichen Erkenntnisse, die der europäische Dachverband für nachhaltige Geldanlage (European Forum for Sustainable Investment, Eurosif) in seiner jüngsten Studie herausstreicht. Laut dieser fokussieren sich die auf Nachhaltigkeit bedachten Anleger vorzugsweise auf Themenfonds, Best-in-Class-Ansätze, normbasiertes Screening, Ausschlüsse, ESG-Integration, Engagement und Stimmrechtsausübung sowie Impact Investment, allerdings in recht unterschiedlicher Intensität.
Wie der Verband betont, war das Wachstum jeder einzelnen untersuchten Anlagestrategie stärker als das Wachstum des gesamten Asset-Management-Marktes. So seien vier dieser Strategien zwischen 2009 und 2011 um mehr als 90 Prozent gewachsen.
Laut Eurosif sei das normbasierte Screening, dessen Ursprünge in Nordeuropa zu finden sind, die derzeit am schnellsten wachsende Strategie mit einem geschätzten Volumen von 2,3 Billionen Euro. Das entspreche einem Plus von 137 Prozent gegenüber 2009. Der mit Abstand wichtigste Markt für diese Strategie ist Norwegen. Dort beläuft sich das Anlagevolumen auf 550 Milliarden Euro.
Ausschlüsse bestimmter Branchen, Unternehmen oder Verfahren sowie der Best-in-Class-Ansatz haben ein Wachstum der Assets under Management in Höhe von 119 und 113 Prozent erfahren, rechnet der Dachverband vor, der 2003 seine erste SRI-Studie veröffentlicht hat. Unter den europäischen Nationen sind die Niederlande führend im Bereich Ausschluss-Investments mit einem Anlagevolumen von zuletzt 665 Milliarden Euro. Was die Strategie „Best in Class“ betrifft, rangiert Frankreich mit einem Anlagevolumen von 115 Milliarden Euro mit Abstand an erster Stelle.
Bei weitem nicht so kräftig zugelegt haben in jüngster Zeit die Stimmrechtsausübung und das sogenannte Engagement mit einem Plus von knapp 17 Prozent. Zu der insgesamt positiven Entwicklung habe beigetragen, dass diese Strategien in Spanien und Italien erstmals Fuß fassen konnten, erläutert Eurosif. In Frankreich, Polen und Österreich spielen Engagement und Stimmrechtsausübungen dagegen praktisch keine Rolle. Die Niederlande präsentieren sich indes als größter Verfechter und dominieren auf europäischer Ebene mit gut 470 Milliarden Euro in diesem Segment der nachhaltigen Anlagen.
Der Impact-Investment-Markt ist das erste Mal im Rahmen der Studie erfasst worden und spiegelt nach Angaben der Studienautoren ein steigendes Interesse auf Seiten der Investoren wider. Das Volumen des europäischen Marktes für Impact Investments beträgt inzwischen schätzungsweise 8,75 Milliarden Euro. Dies zeige, das zunehmende Interesse der Investoren, mit Anlagen messbar die Bereiche Umwelt und Soziales positiv zu beeinflussen.
Ungebrochene Nachfrage der Investoren 
Wie Eurosif hervorhebt, bleibt die Nachfrage institutioneller Investoren die bedeutendste Triebfeder für weiteres Wachstum nachhaltiger Investments, während Gesetzesänderungen als zweitwichtigster Faktor gesehen werden. Institutionelle Investoren repräsentieren inzwischen einen Marktanteil von 94 Prozent, während es im Rahmen der Vorgängerstudie von 2009 noch 92 Prozent waren. Interessanterweise wird bei fast 50 Prozent der Assets under Management in Europa eine Investmentpolitik angewendet, nach der Unternehmen, die bestimmte Waffen produzieren, ausgeschlossen werden. Am häufigsten bezieht sich diese Investmentpolitik auf internationale Konventionen zu Streumunition und sogenannte Anti-Personen-Minen.
Eurosif ist nach eigener Darstellung ein Think Tank auf nicht profitorientierter Basis, dessen Mission darin besteht, Nachhaltigkeit im Finanzmarkt Europas zu fördern. Auf nationaler Ebene wurden Sustainable Investment Forums installiert, etwa in Frankreich, Spanien und Schweden. In Deutschland wird Eurosif durch das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) repräsentiert.
portfolio institutionell newsflash 08.10.2012/tbü
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