10. Januar 2012

Studie: Pension Management wird risikobewusster

Die Unternehmensberatung Towers Watson hat das Pension Management deutscher Konzerne untersucht und dabei überraschende Ergebnisse zu Tage gefördert.

Die großen deutschen Unternehmen reagieren auf die starke Volatilität der Kapitalmärkte und zeigen sich im Vergleich zu 2010 bei ihrem Pension Management noch „deutlicher risikobewusst“. So lautet die Kernaussage der aktuellen Studie „Pension-Risk-Management und Anlage von Pensionsvermögen“ aus dem Hause Towers Watson, das seit 2009 alljährlich das Pension Management deutscher Konzerne untersucht.
Der Unternehmensberatung zufolge sichern sich die Firmen verstärkt gegen Zins-, Inflations- und Währungsrisiken ab. Neben dynamischen Ansätzen begegneten sie der Kapitalmarktunsicherheit mit „klaren Governance-Strukturen“.
Interessanterweise zeigt sich bei der Wahl der Kapitalanlagen ein Trend hin zu größerer Diversifizierung. In diesem Zusammenhang werden alternative Anlageformen sowie Immobilien stärker in die Asset-Allokation einbezogen, wie Towers Watson festgestellt hat. Bereits 60 Prozent der Unternehmen hätten Maßnahmen zur Streuung ihrer Portfolios umgesetzt, weitere 35 Prozent planten dies für die Zukunft. Wie Towers Watson ebenfalls herausstreicht, hätten rund fünf Prozent der in der Studie involvierten Firmen Investitionen abseits klassischer Geldanlagen (ohne Immobilien) getätigt. Für die Zukunft planten dies 22 Prozent. Im Gegensatz dazu stehen Beteiligungen aus dem Umfeld europäischer Peripherieländer zum Verkauf. Das frei werdende Risikobudget fließe in Unternehmens- und Emerging-Markets-Anleihen, so die Unternehmensberater.
Risikomanagement genießt Priorität
Mit Blick auf die grassierende Unsicherheit bei den Konzernen spricht sich Nigel Cresswell, Leiter Investment Consulting bei Towers Watson und Autor der Studie, dafür aus, dynamische Ansätze im Asset-Liability-Management (ALM) einzusetzen. Darüber hinaus könne auch ein kontinuierlicher Ausbau des Risikomanagements den Unternehmen dabei helfen, die Unsicherheiten an den Märkten zu meistern.
Insgesamt zeige die Studie, dass dem Aufbau klarer Governance-Strukturen und der Umsetzung eines „sorgsamen“ Risikomanagements hohe Priorität eingeräumt werde. Auf Seiten der Unternehmen seien die Risikomanagementkapazitäten zudem durchgehend ausgebaut worden. Die für die Steuerung der Kapitalanlagen relevanten Kennzahlen werden außerdem regelmäßiger geprüft, wie Towers Watson beobachtet hat. So betrachten 80 Prozent der Firmen mindestens quartalsweise die zukunftsgerichteten Kennzahlen für ihre Assets. Der Unternehmensberatung zufolge werden modellgestützte Risikoanalysen zunehmend durch Szenario- und Stresstests unterstützt. Dahinter stehe der Wunsch, Extremrisiken und deren Auswirkungen auf die Anlage frühzeitig transparent zu machen.
portfolio institutionell newsflash 11.01.2012/tbü
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