15. November 2012

Studie: Profianleger mit Verständnisproblemen

Eine länderübergreifende Studie des Finanzdienstleisters State Street thematisiert das Anlageverhalten privater und institutioneller Investoren. Die Ergebnisse zeigen eine verunsicherte, teils sogar überforderte Investorenlandschaft.

In einem von hoher Unsicherheit geprägten wirtschaftlichen Umfeld legen private und institutionelle Anleger ein Investmentverhalten an den Tag, das konträr zu ihren Anlagezielen steht. So lautet das Ergebnis einer Studie über das globale Anlegerverhalten, angefertigt vom Center for Applied Research (CAR), einem Think Tank von State Street. Die Untersuchung mit dem Titel „The Influential Investor: How Investor Behavior is Redefining Performance“ basiert auf einer Umfrage unter rund 3.000 Teilnehmern der Investmentbranche, darunter institutionelle Investoren, Asset Manager und Finanzintermediäre.
Widersprüchliche Interessen zwischen Produktanbietern, Regierungen und Finanzmärkten verunsichern laut den CAR-Experten Anleger rund um den Globus, wobei es zu schwerwiegenden Folgen bei deren Anlageentscheidungen komme. So zeigen institutionelle Anleger zwar ein ungebrochenes Interesse an alternativen Strategien. Doch mit ihrer Komplexität könnten die Profianleger kaum umgehen. Die Mehrheit der Befragten gibt zu, diese Anlagestrategien im Detail kaum zu verstehen.
Komplexität und Verständnisschwierigkeiten
Während Privatanleger derzeit ein konservatives Verhalten an den Tag legen, bewegen sich institutionelle Investoren sukzessive in komplexe Anlageklassen, wie State Street mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre herausstreicht. Der Trend dürfte auch in der Zukunft anhalten, heißt es in Anbetracht des Niedrigzinsumfelds. So hätten 45 Prozent der Umfrageteilnehmer in den Vereinigten Staaten von einem höheren „Appetit nach alternativen Strategien“ gesprochen.  Was die konkrete Asset-Allokation betrifft, fiel das Votum mit 56 Prozent mehrheitlich auf Investitionen in Real Estate, Private Equity und Infrastruktur. Von europäischen Pensionseinrichtungen erwartet man bei State Street ebenfalls ein zunehmendes Interesse an Alternatives.
Indes werden die Studienautoren nicht müde, die Vorteile alternativer Anlageklassen hervorzuheben. Angefangen bei einer verbesserten Diversifikation über ein hohes Alpha-Potenzial bis hin zu den Möglichkeiten der Risikoreduzierung reicht die Bandbreite. Was freilich das Wissen der institutionellen Investoren angeht, sieht State Street noch erhebliche Lücken. In Zahlen ausgedrückt sprachen 31 Prozent der institutionellen Investoren von signifikanten Herausforderungen, die mit den zunehmenden Investitionen in Alternatives einhergehen. Daneben äußerten die Investoren die Befürchtung, potenzielle Risiken nicht vollständig zu verstehen. Im Hinblick auf eine zunehmende Allokation alternativer Anlagen trotz bestehender Bedenken kommt State Street zu dem Fazit, viele institutionelle Investoren handelten nicht in ihrem besten Interesse.
portfolio institutionell newsflash 14.11.2012/tbü
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