Nach der Finanzkrise wanderten Kreditrisiken aus Bankbilanzen in Private Markets. US-Lebensversicherer in Private-Equity-Hand sind heute ein zentraler Kanal dieses Wandels: Sie kaufen private, illiquide und oft strukturierte Kredite, nutzen Ratings mit regulatorischer Kapitalwirkung und verlagern Risiken. Das ist nicht automatisch eine neue Lehman-Krise – aber es ist eine neue Risslinie des Kapitalmarkts. Auf diesem formen Private Equity, Private Credit und US-Lebensversicherer ein neues Schattenbankensystem.
Mit dem Zukauf sieht sich die Frankfurter-Leben-Gruppe in ihrer Position als Spezialistin für Bestandsmanagement gestärkt. Die DWS tritt als Geldgeber auf.
Die Kapitalposition der deutschen Lebensversicherer hat sich innerhalb eines Jahres signifikant verbessert. Damit eröffnet sich neuer Spielraum im Asset Management.
In der europäischen Versicherungslandschaft stehen weitere Fusionen und Übernahmen an. Laut Fitch dürfte sich auch die Konsolidierung im deutschen Markt für Lebensversicherungsbestände fortsetzen.
Die langfristigen Zinssätze sind im vergangenen Jahr gestiegen. Das bleibt für die Kapitalanlagen der Lebensversicherer und ihre Solvency-II-Kennzahlen nicht ohne Folgen.
Die Gesamtverzinsung aus ihrem Sicherungsvermögen für 2026 bleibt unverändert bei 3,8 Prozent. Die globale und breit diversifizierte Ausrichtung der Portfolien zahle sich aus.
Vor einem Jahr gelang dem Versicherungsverein Die Bayerische ein fulminantes Comeback: Mit der BY kehrte erstmals eine Lebensversicherung aus dem Run-off zurück in das Neugeschäft. Sehr hilfreich für die Wiederbelebung war die Strategische Asset-Allokation, die eine hohe Quote in Private Markets und Münchner Immobilien sowie eine eher kurze Duration für Anleihen vorsieht. Darüber – und über die künftige Ausrichtung der Versicherung – sprechen Finanzvorstand Thomas Heigl und Judith Lechermann, die vor kurzem die Leitung des Asset Managements übernommen hat.
In den Bilanzen der deutschen Versicherer sind die stillen Lasten zuletzt wieder angestiegen. Laut der Bafin ist die Lage der Unternehmen aktuell insgesamt robust.
Eine robuste strategische Aufstellung steht bei vielen Investoren gerade jetzt im Fokus ihrer Asset-Allokation. Zwar haben viele Märkte und Portfolios (überraschend) gut performt. Der Ausblick ist jedoch nach Jahren der Multikrisen so unsicher wie selten. Es gilt, sich für unangenehme Überraschungen zu wappnen.