Versicherungen
22. November 2019

Talanx bekennt sich zu PRI

„Neu geschärfte Nachhaltigkeitsstrategie“. Vor kurzem unterschrieben öffentliche Versicherer.

Die Liste der Asset Owner, die sich zu den von den Vereinten Nationen unterstützten Principles for Responsible Investment (PRI) bekennen, hat sich um einige deutsche Adressen verlängert: Neu unterschrieben haben die Talanx und die öffentlichen Versicherer.

Seit wenigen Tagen zählt die Talanx zum Kreis der PRI-Unterstützer. Gleichzeitig hat die Versicherung entschieden, von diesem Jahr an in Deutschland klimaneutral zu wirtschaften. Beide Initiativen sind Teil der neu geschärften Nachhaltigkeitsstrategie. Diese zielt ganzheitlich auf den Betrieb, die Kapitalanlage sowie die Versicherungstechnik ab und bezieht gesellschaftliche Aspekte ein.

„Als Versicherer denken wir seit jeher langfristig. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und haben nun sehr klar definiert, welche Schwerpunkte wir in Bezug auf Nachhaltigkeit legen. Damit unterstützen wir das Pariser Klimaabkommen, einen globalen Aktionsplan, der die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad begrenzen soll“, sagt Torsten Leue, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG.

Die Unterzeichnung der UN PRI ist ein Baustein der weiterentwickelten Nachhaltigkeitsstrategie, in die explizit auch Erkenntnisse aus der jüngsten Stakeholder-Befragung einfließen, teilt die Versicherung mit. Sie ergänze die bisherigen Kapitalanlageziele. Seit 2017 analysiert die Gruppe mit einem ESG-Screening nahezu 90 Prozent der selbstverwalteten Assets auf nicht-nachhaltige Investitionen. Im Zuge der Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie hat die Talanx auch ihren CO2-Fußabdruck ermittelt und wird 2019 in Deutschland erstmals klimaneutral wirtschaften.

Als Versicherer managt die Talanx Gruppe über ihren Vermögensverwalter Ampega rund 123 Milliarden Euro Kundenvermögen. Hier sollen Green Bonds und Investitionen in Infrastruktur stärker in den Fokus rücken. Insgesamt hat die Talanx Gruppe bereits mehr als 2,2 Milliarden Euro in Infrastruktur und erneuerbare Energien investiert, davon mehr als 1,3 Milliarden Euro direkt in erneuerbare Energien (Wind und Solar). „Unser strategisches Ziel ist es, diese nachhaltigen Investments in den kommenden Jahren auf fünf Milliarden Euro zu verdoppeln“, sagt Talanx-Finanzvorstand Immo Querner.

Elf öffentliche Erstversicherer unterschreiben PRI

Bereits vor wenigen Wochen sind die elf öffentlichen Erstversicherergruppen den PRI beigetreten. „Die elf öffentlichen Erstversicherergruppen unterstreichen mit der Unterzeichnung, dass sie ökologische, soziale und ethische Grundprinzipien bei ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigen“, sagt Roland Oppermann, Vorsitzender des Kapitalanlageausschusses im Verband öffentlicher Versicherer und für die Kapitalanlage verantwortliches Vorstandsmitglied der SV Sparkassenversicherung. „Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und hoffen, dass sich noch viele weitere Unternehmen dazu entschließen, ihre Kapitalanlagen nachhaltig auszurichten.“

Die öffentlichen Versicherer tauschen sich im Kapitalanlageausschuss regelmäßig über die Integration der ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihre Investitionsentscheidungen aus. „Als Gruppe haben wir den Vorteil, dass wir von den Erfahrungen der anderen Unternehmen lernen können“, sagt Oppermann. „Auf diese Weise wird der Integrationsprozess optimiert und die Nachhaltigkeitsperformance unserer Kapitalanlagen stetig gesteigert.“
Gemessen an den Beitragseinnahmen sind die öffentlichen Versicherer als Gruppe die Nummer 2 auf dem deutschen Markt. Insgesamt verwalten sie rund 140 Milliarden Euro an Kapitalanlagen.

„Wir begrüßen sehr, dass sich eine Gruppe von Asset Ownern dieser Größe und Bedeutung dazu entschlossen hat, nachhaltige Entwicklung durch eine entsprechende Kapitalanlage mitzugestalten“, sagt Dustin Neuneyer, Leiter für Deutschland und Österreich bei PRI. „Asset Owner stehen am Beginn der Investitionskette und geben entsprechende Signale über die Vermögensverwaltung bis hin zu den Unternehmen und in die Industrie. Auch für die Stabilität und Wertentwicklung der Geldanlage selbst ist es wichtig, ESG-Kriterien integriert zu betrachten.“

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