Investoren
26. November 2021

Talanx trifft mit Green Bond auf große Nachfrage

Aktien, Anleihen und nun auch Green Bonds. Die Talanx hat die derzeit vorteilhaften Konditionen am Kapitalmarkt genutzt und eine grüne Nachranganleihe emittiert.

Die börsennotierte Talanx AG hat erstmalig einen Green Bond als Nachranganleihe an institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland ausgegeben. Das Emissionsvolumen beziffert der im M-Dax vertretene Versicherungskonzern mit 500 Millionen Euro. Laut einer Mitteilung war die Nachfrage der Anleger deutlich größer als das Angebot.

Angaben zu den Geldgebern machte die Talanx nicht. Die auf Euro lautende Anleihe ist mit einem fixen Kupon von 1,75 Prozent ausgestattet und am 1. Juni 2032 erstmals rückzahlbar.

Talanx nutzt für Green Bonds „vorteilhafte Konditionen“

Mit der Emission optimiert der nach Prämieneinnahmen drittgrößte deutsche Versicherungskonzern nach eigenen Angaben Solvenz und Liquidität. Zudem ermögliche die Anleihe, „die derzeit vorteilhaften Konditionen am Kapitalmarkt zu nutzen“, kommentiert die Versicherungsgruppe mit Sitz in Hannover die Emission.

Der Green Bond stelle einen wichtigen Baustein „der ambitionierten Talanx-Nachhaltigkeitsstrategie dar“, heißt es weiter. „In der Kapitalanlage trägt der Green Bond maßgeblich dazu bei, die Ziele des Konzerns zu erreichen. Zentrales Vorhaben ist es, den CO2-Ausstoß der liquiden Portfolios bis 2025 um 30 Prozent zu senken.“

Im Mai gab die Versicherungsgruppe bekannt, dass sie die CO2-Intensität ihrer Aktien- und Anleihenbestände bis zum Jahr 2025 um 30 Prozent im Vergleich zu Anfang 2020 reduzieren will. Um ihr Klimaziel zu erreichen, schließt die Talanx auch Divestments von klimaintensiven Unternehmen nicht aus.

Klimawandel als Risikofaktor

Der Finanzvorstand der Talanx AG, Dr. Jan Wicke, sagt, der Klimawandel sei eine ernste Bedrohung, „die sich auf unser Geschäft als international tätiger Versicherungskonzern in vielfacherweise auswirkt“. Und zwar nicht nur in der Erst- und der Rückversicherung, sondern auch in der Kapitalanlage. „Dass wir mit dem Green Bond nun einen weiteren Meilenstein auf unserem Nachhaltigkeitspfad verwirklichen können, ist ein wichtiger Schritt für unsere Gruppe.“

Die Anleihe wird von der Rating-Agentur S&P Global Ratings mit „A-“ bewertet und ist an der Börse Luxemburg notiert. Die ESG-Rating-Agentur Sustainalytics bescheinigt in der sogenannten Second Party Opinion die Vereinbarkeit des Frameworks mit den ICMA Green Bond Principles 2021 und der EU-Taxonomie.

Kapitalmanagement setzt auf mehrere Instrumente

Das Kapitalmanagement des Talanx-Konzerns zielt nach Unternehmensangaben auf „eine optimierte, risikoadäquate Kapitalstruktur unter Erhalt der Finanzkraft“. Es solle sowohl die Kapitaleffizienz bei den Konzerngesellschaften optimieren als auch den Liquiditäts- und Kapitalanforderungen des Konzerns und der Talanx AG gerecht werden. Um das zu erreichen, setzen die Niedersachsen neben Eigenkapitalinstrumenten auch Eigenkapitalsubstitute und Finanzierungsinstrumente ein.

Der Großversicherer strebt eine Eigenmittelausstattung an, die mindestens den Anforderungen des Kapitalmodells von Standard & Poor’s für ein „AA“-Rating genügt. Zum Stichtag 31. März 2020 standen drei erstrangige sowie acht nachrangige Anleihen des Talanx-Konzerns aus. Emittenten der Anleihen sind neben der Konzernmutter Talanx AG auch die Konzerngesellschaften Hannover Rück SE, die Talanx Finanz (Luxemburg) S.A. sowie die Hannover Finance (Luxembourg) S.A.

Japanischer Lebensversicherer hält knapp fünf Prozent

Größter Aktionär der Talanx AG ist mit 79,0 Prozent der HDI, ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Die übrigen 21 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz. Der japanische Lebensversicherer Meiji Yasuda Life Insurance Company hält 4,94 Prozent der Anteile.

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