Transformationsfonds fristen Schattendasein
Anteil dieser geplanten neuen Kategorie am Markt für nachhaltige Pufos liegt bei unter einem Prozent. Für BVI kann SFDR-Reform mehr Orientierung bieten.
Mit der SFDR-Reform steht der Markt für nachhaltige Investmentfonds vor einer großen Neuerung. Im Fokus des Interesses steht insbesondere der Plan der Europäischen Kommission, eine „Transition“ Kategorie einzuführen. Sie soll Fonds umfassen, die in Unternehmen im Übergang zu nachhaltigeren Geschäftsmodellen investieren. Vorteil dieser Idee ist, dass Kapital dadurch nicht nur in bereits CO₂-arme Wirtschaftszweige fließt, sondern auch dorthin gelenkt werden, wo Unternehmen glaubwürdige Transformationspfade verfolgen und ihren Treibhausgasausstoß schrittweise verringern.
Noch spielen solche Fonds, die dieser neuen Kategorie entsprechen, jedoch nur eine geringe Rolle. Eine Auswertung des BVI auf Basis der Esma-Fondsnamenrichtlinie ermittelte rund 200 Fonds beziehungsweise Anteilklassen als Transformationsfonds. Zusammen verwalten sie 9,2 Milliarden Euro für Anleger in Deutschland. Gemessen am Vermögen nachhaltiger Publikumsfonds von rund 981 Milliarden Euro entspricht ihr Marktanteil damit weniger als ein Prozent. Rund 70 Prozent des Vermögens entfallen auf Fonds mit dem Schlagwort „Transition“, ein weiteres Viertel auf Transformationsfonds nach verwendetem Namensbestandteil „Transition“ Andere Begriffe spielen eine untergeordnete Rolle.
CTB und PAB
Wie der Fondsverband zudem informiert, machen ETFs, die Climate-Transition-Benchmarks (CTB) oder Paris-Aligned-Benchmarks (PAB) nachbilden, mit einem verwalteten Vermögen von 5,7 Milliarden Euro mehr als die Hälfte des Marktes für Transformationsfonds aus. Die beiden von der EU definierten Anforderungen an Referenzindizes zielen auf Klimaneutralität bis 2050 ab, wobei PABs eine stärkere Mindestreduktion von Treibhausgasemissionen und strengere Ausschlüsse vorsehen. Geeignete Konzepte für Transformationsinvestitionen sind also bereits vorhanden. Ihre Verbreitung im deutschen Fondsmarkt ist jedoch begrenzt.
Nach Ansicht des BVI könnte die geplante SFDR-Reform daher nicht nur die Schwächen des bisherigen Klassifizierungssystems adressieren. „Sie dürfte zugleich dazu beitragen, Transformationsstrategien als eigenständigen Ansatz nachhaltigen Investierens sichtbarer zu machen und Anlegern eine bessere Orientierung zu geben“, so der BVI. Um diesem Zweck gerecht zu werden, sollte aber die Kategorie Investitionen nicht durch übermäßig restriktive Ausschlusskriterien unnötig einschränken. Zudem sei wichtig, dass Transformationsinvestitionen auf globaler Basis möglich bleiben und der regulatorische Rahmen ausreichend Flexibilität für unterschiedliche Anlageklassen und Anlagestrategien bietet.
Ende Juni verwalteten Publikums- und Spezialfonds nach Artikel 8 und Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) insgesamt 1.491 Milliarden Euro und damit knapp 8 Prozent mehr als Ende 2025. Das Fondsvermögen der Publikumsfonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen stieg von 901 auf 981 Milliarden Euro. Bei Spezialfonds erhöhte sich das Volumen von 480 auf 509 Milliarden Euro. Laut BVI sei der deutliche Vermögensanstieg jedoch vor allem auf die positive Entwicklung an den Kapitalmärkten zurückzuführen.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Politik / Regulierung
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