Trautes Heim, Glück allein
Immobilienanleger sind Wohnungen und Core Assets besonders zugeneigt. Wohnsegment bietet Chancen aber auch regulatorische Risiken.
Anleger suchen Geborgenheit und eine vertraute Umgebung: Wie eine Umfrage von Industria unter institutionellen Investoren ergab, wollen Anleger ein Drittel des in den kommenden zwölf Monaten auf Immobilien allokierten Kapital in Wohnen fließen. Zudem wollen drei Viertel der Investitionswilligen in diesem Zeitraum in deutsche Wohnimmobilien investieren.
Ein Kernergebnis der Umfrage ist zudem, dass die Befragten insgesamt keine größeren Veränderungen an ihrer Immobilienquote planen. Die Hälfte will die Immobilienquote in den kommenden zwölf Monaten konstant halten. Dagegen wollen rund 31 die Quote leicht – um weniger als einen Prozentpunkt – und weitere 5,6 Prozent um mehr als einen Prozentpunkt reduzieren. Leicht oder stark wachsen soll die Quote bei etwa 14 Prozent.
Thomas Wirtz, Geschäftsführer Industria Immobilien, kommentiert: „Viele institutionelle Investoren haben volle Immobilienquoten und investieren aktuell nur sehr selektiv in Immobilien. Die Befragung bestätigt das, was wir in der Praxis wahrnehmen.“ Wenn investiert wird, dann profitieren vor allem Core-Immobilien. „Dieses Jahr gaben 91,3 Prozent an, in den kommenden zwölf Monaten in Core-Immobilien investieren zu wollen. Vor einem Jahr waren es noch 72,1 Prozent“, führt Wirtz aus.
Aus der Befragung ging zudem hervor, dass die Anforderungen an die Ausschüttungsrenditen bescheidener werden. Bei Wohnimmobilien national bezifferten sie mehr als 53 Prozent mit 3,5 bis 4,0 Prozent per annum In der Kategorie Wohnimmobilien international gaben mehr als 55 Prozent die Spanne von 4,0 bis 4,5 Prozent an.
36 Investoren beteiligten sich zwischen dem 3. März und dem 21. April an der Befragung. Im Schnitt betrug das verwaltete Vermögen der 36 Anleger über alle Asset-Klassen hinweg 4,7 Milliarden Euro, der Median lag bei 1,1 Milliarden Euro. Teils handele es sich bei den Investoren um Spezialfondskunden von Industria, was die Umfrageergebnisse verzerren kann.
Schroders: Anleger steuern „sichere Häfen“ an
Der Trend zu Sicher- und Bescheidenheit dürfte in Geopolitik und Makropolitik begründet sein. Diese Einflussgrößen nennt auch Oliver Kummerfeldt. Der Head of European Real Estate Research von Schroders sagt in einem aktuellen Kommentar unter anderem, dass der Immobiliensektor selektive Zuflüsse in „sichere Häfen“ anziehen könnte, insbesondere in erstklassige, hochwertige Objekte in Kernmärkten.
Aus Schroders-Sicht schaffen das mangelnde Angebot an Wohnraum in wichtigen westeuropäischen Märkten und anhaltende Urbanisierungstrends eine Reihe von Chancen in den Wohnsegmenten. Allerdings müssten müssen lokale Vorschriften, die zunehmend darauf abzielen, Wohnungsmieter vor Mietsteigerungen zu schützen, sorgfältig berücksichtigt werden.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Immobilien | Wohnimmobilien
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