Versicherungen
16. September 2026

Uniqa Real Estate Management steigt ins Drittgeschäft ein

Die Immobilienmanagement-Plattform der Versicherungsgruppe Uniqa öffnet sich für externe Investoren. Der Strategieschwenk vollzieht sich inmitten turbulenter Immobilienmärkte.

Die Uniqa Real Estate Management aus Österreich erweitert ihr Geschäftsfeld und bietet künftig auch Immobilien-Investmentlösungen für externe Investoren an. Mit dem neuen Geschäftsbereich öffnet die Immobilienmanagement-Plattform der Versicherungsgruppe Uniqa (Eigenschreibweise: UNIQA) ihre Investment- und Managementplattform, die sich bislang auf das Immobilienportfolio der Uniqa Group bezog, nun also auch für Dritte.

Zielkunden sind nach Unternehmensangaben internationale institutionelle Investoren und große Family Offices. Die Österreicher wollen den Schwerpunkt nun zunächst auf Investoren aus Deutschland und Österreich legen.

Für externe Investoren seien unterschiedliche Investmentvehikel vorgesehen, heißt es. Eine Beteiligung könne über Spezialfonds erfolgen. Darüber hinaus seien je nach Anforderungen des Investors und der Investmentstrategie auch Individualmandate und Club Deals möglich, heißt es bei Uniqa Real Estate Management. Das Unternehmen mit Sitz in Wien wurde 1976 gegründet.

Institutionelle Investoren erwarten vor allem ein aktives Management

„Mit der Öffnung unserer Plattform für externe Investoren machen wir eine Immobilienkompetenz zugänglich, die wir über Jahrzehnte in unseren Kernmärkten Österreich und Zentral- und Osteuropa aufgebaut haben“, wirbt Thomas Erdmann. In seinem Statement anlässlich des Strategieschwenks erklärt der Geschäftsführer der Uniqa Real Estate Management, dass institutionelle Investoren heute nicht nur Zugang zu attraktiven Immobilien erwarten würden, sondern vor allem ein aktives Management, das sämtliche Phasen des Lebenszyklus von Immobilien abdecke und die Interessen des Investors konsequent in den Mittelpunkt stelle.

„Genau diese Erfahrung bringen wir in den neuen Geschäftsbereich ein. Gleichzeitig können wir die Investmentstrukturen flexibel auf die jeweiligen Anforderungen unserer Partner zuschneiden“, sagt Erdmann im Hinblick auf die eigene Expertise.

Wie Uniqa Real Estate außerdem mitteilte, decke sie als Plattform wesentliche Teile der immobilienwirtschaftlichen Wertschöpfungskette „inhouse“ ab. Durch aktives Asset- und Portfoliomanagement begleite man Immobilien über ihren gesamten Lebenszyklus. Diese strategische und operative Managementkompetenz bilde auch die Grundlage des neuen Drittgeschäfts, heißt es weiter.

Die Expertise der Wiener erstreckt sich über alle wesentlichen Nutzungsarten, die auch bei deutschen Großanlegern gefragt sind. Der Schwerpunkt des mehr als 200 Objekte umfassenden Immobilienportfolios mit einer Vermietungsfläche von über einer Million Quadratmetern liege auf Büro, Handel, Hotel und Wohnen.

Die Liegenschaften befinden sich neben dem Heimatmarkt Österreich auch in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Polen und Rumänien. Zum Bestand zählten Core-  und Core-Plus-Immobilien. Das Spektrum umfasse sowohl historische Wiener Gründerzeithäuser, aber auch moderne Büro- und Hotelimmobilien.

Strategieschwenk in Zeiten turbulenter Immobilienmärkte

Das Third-Party Asset Management, also die Verwaltung von Immobilienkapital für externe Anleger wie andere Versorgungswerke, Pensionskassen oder Family Offices außerhalb des eigenen Versicherungskonzerns, ist eine zusätzliche Einnahmequelle. Und der Strategiewechsel der Österreicher erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Immobilienmärkte im In- und Ausland unter Druck stehen.

Der deutsche Immobilieninvestmentmarkt beispielsweise ist seit dem Jahr 2022 geprägt von zögerndem Verhalten seiner Akteure und herausfordernden Verkaufsprozessen. Nach wie vor finden Verkäufer und Käufer nur zögerlich zusammen. Vor diesem Hintergrund bleiben Immobilien in der Tendenz her länger im Bestand.

Nach Rekordjahren zu Beginn der Dekade hat sich in den vergangenen drei Jahren ein Transaktionsgeschehen auf einem deutlich niedrigeren Niveau herausgebildet. Ein Grund dafür ist der fortwährende Anstieg des Zinsniveaus seit 2022, der die Barwerte künftiger Mieteinnahmen und damit die Werte der Immobilien unter Druck setzt. Um dem etwas entgegenzusetzen und Werte zu schaffen, wird mehr und mehr das aktive Asset Management in den Mittelpunkt gerückt.

Das Bürosegment im Speziellen ist geprägt von steigenden Leerständen, was auf die schwierige Wirtschaftslage und den anhaltenden Trend zum Homeoffice zurückzuführen ist. Vermieter von Objekten in B- und C-Lagen tun sich besonders schwer. Objekte in Bestlagen mit hoher Gebäudequalität sind einerseits relativ einfach zu vermieten. Andererseits sind die Anforderungen entsprechend hoch. Die Mieter haben heute höhere Ansprüche als noch vor zehn Jahren.

Zahlreiche Asset Manager deutscher Versicherer sind im Drittgeschäft tätig

Auch deutsche Versicherungsunternehmen setzen mehr und mehr auf das Drittgeschäft, um zusätzliche Ertragsquellen zu erschließen. Pimco Prime Real Estate, die unter dem Dach der Allianz-Gruppe operiert, ist ein sehr bekannter Akteur im Drittgeschäft. Die Immobilienplattform managt sowohl das Eigenkapital der Allianz-Gruppe als auch Co-Investments und Mandate für externe institutionelle Investoren.

Die Meag, Vermögensmanager der Munich-Re-Gruppe, baut ihr Drittgeschäft seit Jahren konsequent aus. Neben Infrastruktur investiert sie im Kundenauftrag nennenswert in internationale und deutsche Immobilienportfolios.

Der Talanx-Konzern wiederum bündelt seine Aktivitäten in der Ampega. Der Asset Manager bietet Spezialfonds und Immobilien-Anlagestrukturen für konzerneigene Gelder sowie für Drittinvestoren an.

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