Traditionelle Anlagen
14. Juli 2020

Unternehmensverschuldung steigt weiter an

Schulden stiegen stärker als Gewinne. Rund ein Viertel der größten 900 Non-Financials schuldenfrei.

Laut dem Corporate Debt Index von Janus Henderson ist die globale Verschuldung deutlich angestiegen. Demnach stieg 2019 das Volumen von Unternehmenskrediten weltweit um 8,1 Prozent an. Bedenklich ist, dass die Verschuldung in den vergangenen fünf Jahren deutlich stärker anstieg als die ­Gewinne. Während die Vorsteuergewinne der im Index ­enthaltenen 900 größten Nicht-Finanzunternehmen seit 2014 um 9,1 Prozent zulegen konnten, liegt die Verschuldung um 37 Prozent höher als fünf Jahre zuvor. Der Verschuldungsgrad liegt nun mehr bei 59 Prozent. Zu denken gibt zudem, dass trotz Niedrigzinsen die ­Zinslast der Unternehmen auf einen Rekordwert von 395 Milliarden US-Dollar stieg.

Wenn die Unternehmen denn wenigstens ­etwas sinnvolles mit dem Geld gemacht hätten: Laut Janus Henderson standen bei der Mittelverwendung jedoch fremdfinanzierte Übernahmen, Aktienrückkäufe und Dividenden im Vordergrund, die oft einem konjunkturellen Abschwung vorausgingen. In puncto Unternehmensverschuldung ist Deutschland hinter den USA Vize-Weltmeister. Mit VW stellt Deutschland sogar das am stärksten verschuldete Unternehmen weltweit, auch wenn das Ergebnis durch den Umstand verzerrt wird, dass sich VW ähnlich wie andere Automobilhersteller mittlerweile zu einem Finanzdienstleister mit angeschlossener Fertigung entwickelt hat: Fünf der zehn am stärksten verschuldeten Unternehmen sind Autofirmen. Dem gegenüber stehen Unternehmen mit erheblichen Barmitteln: Hinter Alphabet, Samsung, Microsoft, China Mobile und Facebook steht überraschend der dänische Windturbinenhersteller Vestas, der 19 Milliarden US-Dollar in Cash auf seiner Bilanz hält.

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