Asset Manager
20. April 2026

US-Häuser managen Europas Assets

Um fast die Hälfte der europäischen AuM kümmern sich Asset Manager aus den USA. Dies hat Folgen für das Abstimmungsverhalten.  

Europäische Assets werden mehr und mehr von Asset Managern aus den USA gemanagt. Gemäß einer Analyse des Think Tanks Bruegel haben Asset Manager aus den USA im Jahr 2021 40,3 Prozent der europäischen AuM angelegt und nun sind es 46,8 Prozent.

Dieser Zuwachs ging vor allem zu Lasten von britischen Asset Managern, deren Anteil in diesem Zeitraum von 22,9 auf 15,3 Prozent fiel. Dazu hat nicht zuletzt die Übernahme von Schroders durch Nuveen beigetragen. Vergleichsweise konstant sind dagegen die Marktanteile von französischen und deutschen Häusern. Französische Asset Manager konnten ihren Marktanteil um 1,1 Prozentpunkte auf 19,5 Prozent ausbauen, der Anteil deutscher Asset Manager ging um einen halben Punkt auf 10,4 Prozent zurück.

Auf die Top-20-Asset-Manager entfallen 67,5 Prozent der AuM. Fünf Jahre zuvor waren es nur 53,5 Prozent. Marktführer damals wie heute ist Blackrock. Allerdings managte das US-Haus 2021 nur 9,8 Prozent der europäischen Assets und heute 12,5 Prozent. Mit großem Abstand auf Platz 2 folgt Legal & General. Die Briten verwalten 6,1 Prozent. Fünf Jahre zuvor waren es noch 7,9 Prozent. Auf Platz 3 liegt Amundi. Der größte kontinentaleuropäische Asset Manager konnte seinen Anteil von 3,7 auf 5,4 Prozent steigern.

In der Top 20 führt Bruegel aus Deutschland die Deutsche Bank, Allianz und Union Investment auf. Das deutsche Trio kommt in Europa auf Marktanteile von 2,8 bis 1,8 Prozent.

US-Häuser voten anders

Bedenklich an dieser Entwicklung ist für Bruegel unter anderem die ESG-Implikationen. Bei den Abstimmungen über Aktionärsanträge „scheinen US-amerikanische Vermögensverwalter zunehmend gegen soziale und ökologische Anträge zu stimmen, während europäische Vermögensverwalter weiterhin dafür stimmen“.

Bruegel führt Daten von Shareaction an. Laut denen hat beispielsweise bei den Top 3 Blackrock zu jeweils vier Prozent für ökologische und soziale Themen gestimmt. Bei Legal & General und Amundi waren es dagegen etwa 90 Prozent der Votings. Auffällig ist zudem die Entwicklung des Stimmverhaltens der US-Häuser. 2021 stimmte man noch in 49 Prozent der Fälle pro ESG-Themen. 2024 waren es nur noch 17 Prozent.

Global verzeichnet Bruegel ebenfalls eine weiter zunehmende Dominanz von nordamerikanischen Asset Managern. Deren Anteil an den weltweiten AuM stieg von 73 in 2021 auf 78 Prozent. Asset Manager der EU, UK und der Schweiz mussten dagegen vier Punkte auf 17 Prozent abgeben. Asiatische Manager blieben im Betrachtungszeitraum stabil bei fünf Prozent.

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