VBL überträgt Wohnimmobilien in einen Spezialfonds

Strategische Entscheidung: Die VBL stellt ihren eigenen Wohnimmobilienbestand neu auf und bringt diesen in einen Einbringungsfonds ein.
Die größte deutsche Zusatzversorgungskasse für Beschäftigte im öffentlichen Dienst ist auch einer der größten Bestandhalter von Wohnimmobilien. Für diese wurde nun ein spezieller Einbringungsfonds aufgelegt.
Die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) stellt ihren eigenen Wohnimmobilienbestand im Marktwert von rund sieben Milliarden Euro neu auf und bringt diesen in einen sogenannten Einbringungsfonds ein. Dieser Fonds heißt „Via Nova Wohnen“.
Zur Begründung für diese „strategische Entscheidung“ verweist die in Karlsruhe ansässige VBL, deren Kapitalanlagen insgesamt einen Marktwert von rund 70 Milliarden Euro (Stand: Ende 2025) aufweisen, auf ihre Verantwortung als einer der größten institutionellen Bestandshalter in Deutschland. Um dieser trotz steigender Anforderungen etwa im Bereich Klimaschutz auch künftig gerecht zu werden, habe man sich für eine strukturelle Neuorganisation des eigenen Wohnungsbestandes entschieden.
So argumentiert die größte deutsche Zusatzversorgungskasse für Beschäftigte im öffentlichen Dienst in einer Mitteilung. Außerdem gehe es um die langfristige Sicherung der Immobilien. Auch Sanierungen und Modernisierungen stünden auf der Agenda.
Und weiter heißt es, die strategische Entscheidung werde die VBL dabei unterstützen, wie bisher auch weiterhin dringend benötigten neuen Wohnraum zu schaffen. Außerdem könne das Portfolio über den Fonds noch besser gesteuert werden. Für die VBL sei das ein wichtiger Faktor auf dem Weg, ihr zu Jahresbeginn gestecktes neues Nachhaltigkeitsziel in der Kapitalanlage, die Treibhausgas-Neutralität bis zum Jahr 2050, zu erreichen.
Organisatorische Neuausrichtung mit einem Einbringungsfonds
Ein Einbringungsfonds ist ein spezialisierter Immobilien-Spezialfonds, in den Investoren Immobilien aus ihrem Direktbestand übertragen. Im Gegenzug erhalten sie Anteile an diesem Fonds. Und auch die VBL macht deutlich, dass es sich bei der Fondseinbringung ausdrücklich nicht um einen Verkauf handelt, sondern um eine organisatorische Neuausrichtung.
Die VBL bleibe über ihre Fondsanteile wirtschaftlich Eigentümerin und behalte die strategische Kontrolle über den Bestand, heißt es. Damit soll die Kontinuität bei den Mieterinnen und Mietern gewahrt bleiben: An den Mietverhältnissen ändere sich nichts. Die Veränderungen beträfen ausschließlich „die Struktur im Hintergrund“.
Dr. Michael Leinwand, Vorstandsmitglied der VBL, fasst zusammen: „Mit der strategischen Neuaufstellung schaffen wir die Grundlage, unseren Wohnungsbestand langfristig verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.“ Ziel sei es, die Gebäude zukunftsfähig aufzustellen, verlässlich Wohnraum zu sichern und die anstehenden Herausforderungen im Bestand planvoll und nachhaltig anzugehen, so Leinwand, der im VBL-Vorstand unter anderem das Immobilienmanagement verantwortet.
Fondsstruktur schafft Grundlage für gebündelte und langfristige Investitionen
Die Fondsstruktur schafft laut der Mitteilung die Grundlage für gebündelte und langfristige Investitionen. Im Fokus stünden dabei unter anderem die schrittweise Dekarbonisierung des Portfolios. Dabei arbeitet die VBL mit Union Investment als Kapitalverwaltungsgesellschaft zusammen. Diese übernimmt die strukturierte Verwaltung des Fonds und stellt die regulatorischen und organisatorischen Rahmenbedingungen für die professionelle Steuerung bereit. Zur Umsetzung der neuen Fondsstruktur arbeitet die VBL zudem mit Swiss Life Asset Managers als Portfolio- und Asset Manager zusammen.
So dekarbonisiert die VBL ihr Portfolio
Wie berichtet, will die VBL ihren Weg in der nachhaltigen Kapitalanlage nach eigenen Angaben konsequent weiter beschreiten. Die Klimakrise gehöre zu den drängendsten Problemen unserer Zeit. Daher werde man die Anstrengungen in der nachhaltigen Kapitalanlage weiter erhöhen.
Bis zum Jahr 2050 wollen die Karlsruher für die Treibhausgas-Neutralität ihres Portfolios sorgen. Dabei fokussiert sich die Versorgungsanstalt aktuell auf die Anlageklassen Aktien, Unternehmensanleihen und Immobilien. Begleitend dazu sollen gezielte Impact Investments vorgenommen werden, um Treibhausgase in der Realwirtschaft zu reduzieren.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Spezialfonds | Wohnimmobilien
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