Versicherer sind gesegnet
Gipfeltreffen der Investoren auf dem Faros Investoren Summit. Viel Unsicherheit, aber auch große Chancen.
Geopolitische Krisen umziehen mittlerweile gefühlt den gesamten Globus – für regulierte Kapitalanleger stehen die Zeichen jedoch eher auf business as usual. Sie setzen auf Stetigkeit und aber auch auf Flexibilität. Diese Erkenntnis gab es auf dem Investoren Summit von Faros, der dieses Jahr in Stuttgart stattfand.
„Wir fahren unser Anlagebuch kontinuierlich weiter und partizipieren an den Erträgen. Die Kapitalmärkte sind total entspannt“, erklärte Dr. Guido Bader, Vorsitzender der Vorstände der Stuttgarter Versicherungsgruppe auf dem Abschlusspanel, das von Uwe Rieken, Gründer und Geschäftsführer von Faros moderiert wurde. Was die Zukunft bringt, wisse man jedoch nicht, weshalb man auch auf Flexibilität setze. Ähnlich – aber vergleichsweise euphorisch – sieht es auch Dr. Peter Andres, Sprecher der Geschäftsführung der Signal Iduna Asset Management: „Die hohen Zinsen sind ein Segen für uns. Wir können super anlegen.“ Gemeint waren damit hoch geratete Staatsanleihen und Pfandbriefe. Deren Rückzahlung und die geopolitischen Krisen sind für Andres zumindest keine großen Themen: „Den Kapitalanlagen machen geopolitische Krisen nicht viel aus. Massiv negativ wäre dagegen eine Weltwirtschaftskrise.“ Über diese sicheren Anlagen hinaus, suche man aber auch Chancen.
Kontinuität und Diversifikation
Kontinuität ist für die Soka-Bau ebenfalls wichtig. Die Altersvorsorgeeinrichtung denkt dabei aber weniger an die Anleihebestände als an ihr Gesamtportfolio. „Wir stellen uns breit diversifiziert auf“, sagte Vorstandsmitglied Werner Schneider auf dem Podium. Das schließe auch Amerika ein. „Wir können es uns nicht leisten, auf US-Investments zu verzichten.“ Immer wieder aus geopolitischen Gründen die SAA anzupassen wäre zu teuer. In Aktien ist die Soka-Bau heute zu 20 Prozent investiert, was, so Schneider, „gut für den langen Zeitraum“ ist. Anders als die USA und Aktien zählt eine andere Großmacht jedoch nicht zur SAA der Soka-Bau: „Aus China sind wir fast komplett raus. Wir haben registriert, wie dort mit anderen ausländischen Investoren umgegangen wird.“ Schneider ließ durchblicken, dass auch ESG-Überlegungen zum China-Rückzug beigetragen haben.
Keine große Rolle spielen die Emerging Markets für die Stuttgarter. „Wir bevorzugen es, auf den Private Markets Illiquiditätsprämien zu verdienen. Die geringe Volatilität von Private Markets ist für uns ein hilfreicher Effekt. Außerdem ist unsere Passivseite ebenfalls illiquide“, so Bader.
Ebenfalls ein Thema ist für viele Versicherer das Altersvorsorgedepot – ob man nun mitmischen will oder nicht. Andres adelte das Vorhaben als „grandios“ und als „Zeitenwende“. „Die Menschen werden gezwungen, sich mit Altersvorsorge zu beschäftigen. Für Anbieter wird es aber schwierig, damit Geld zu verdienen.“
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Emerging Markets / Schwellenländer | Fixed Income | Strategische Asset-Allokation / SAA
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