Versorgungswerke
27. April 2016

Versorgungswerke brauchen keine zehn Basispunkte

Eine neue Studie analysiert die Aufwendungen für die Verwaltung der Kapitalanlagen berufsständischer Versorgungswerke. Kapitalanlagevolumen und Auslagerungsgrad als treibende Einflussgrößen.

Die Aufwendungen für die Verwaltung der Kapitalanlagen berufsständischer Versorgungswerke liegen absolut betrachtet zwischen 11,5 Millionen Euro und 62.000 Euro sowie prozentual betrachtet bezogen auf die Beiträge zwischen 3,49 und 0,13 Prozent beziehungsweise bezogen auf das Kapitalanlagevolumen zwischen 0,15 und 0,01 Prozent. Dies ergab eine Analyse der GAC Gesellschaft für Analyse und Consulting auf der Basis von 20 Geschäftsberichten für das Jahr 2014. Im Durchschnitt beliefen sich die absoluten Kosten auf 2,4 Millionen Euro, der Kostenanteil bezogen auf die Beiträge auf 1,41 Prozent und bezogen auf das Kapitalanlagevolumen auf 0,07 Prozent. Der Median liegt bei 1,4 Millionen Euro, 1,18 Prozent beziehungsweise 0,08 Prozent.
„Wie der Durchschnitt und der Median zeigen, kommen berufsständische Versorgungswerke im Mittel mit einem Budget von unter zehn Basispunkten für die Verwaltung der Kapitalanlagen aus“, konstatiert Manfred Mönch. Der GAC-Geschäftsführer mahnt aber, diese Daten mit Vorsicht zu genießen. Wichtige Einflussgrößen sind das Kapitalanlagevolumen und deren Auslagerungsgrad bei der Verwaltung, die je nach Versorgungswerk sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Als besonders kostenintensiv machen sich im Direktbestand Immobilien bemerkbar, insbesondere wenn es sich um verwaltungsintensive Wohnimmobilien handelt. Zudem stiegen in den vergangenen Jahren insbesondere in anderen Rechtskreisen die Due-Diligence-Kosten in Form von Rechts- und Beratungskosten bei der Auswahl von (indirekten) Investitionen in Alternatives. Außerdem werde die Dateninterpretation laut Mönch dadurch erschwert, dass der Kostenausweis nicht einheitlich erfolge. Gebühren für Asset Manager sind in den Verwaltungskosten nicht enthalten. 
Wie verschieden Versorgungswerke aufgestellt sein können, lässt sich daran erkennen, dass die drei Häuser mit den höchsten absoluten Kosten bei den relativen Kosten sehr unterschiedliche Werte aufweisen. Gemeinsam ist diesen drei jedoch, dass sie nach Volumen auch die Top Drei bei den direkt gehaltenen Immobilienbeständen bilden. Dass ein Immobiliendirektbestand mit hohen absoluten (Personal-)Kosten positiv korreliert ist, trifft auch für den Umkehrschluss zu: „Zu erkennen ist, dass es Versorgungswerken mit einem sehr kleinen Kostenbudget nicht möglich ist, einen nennenswerten direkten Immobilienbestand zu halten“, so Mönch. 
portfolio institutionell newsflash 27.04.2016/Patrick Eisele
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