Investoren
21. Juni 2022

Von 22 auf 41 Prozent

Fondsquote bei Pension Assets hat sich in 16 Jahren fast verdoppelt. Kapitalanlagen von Pensionseinrichtungen und Versicherern wuchsen auf 3,3 Billionen Euro.

Das Investmentanalysehaus Kommalpha hat im Rahmen einer Studie die Vermögensverhältnisse von Versicherungen und Pensionseinrichtungen im Zeitraum 2005 bis Ende 2021 untersucht. Ein Ergebnis: Versicherungen und Pensionseinrichtungen sind die mit Abstand größten Investorensegmente im deutschen Asset-Management-Markt. Dabei werden unter der Klammer der Pensionseinrichtungen Pensionskassen wie Pensionsfonds und CTAs, berufsständische Versorgungswerke sowie kommunale und kirchliche Versorgungseinrichtungen und die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) zusammengefasst. Die Analyse erfolgt auf Basis von Datensätzen der Bundesbank.

Die Summe der Finanzaktiva von Versicherungen und Pensionskassen beträgt demnach per Ende 2021 sagenhafte 3.293 Milliarden Euro und hat sich in den letzten 16 Jahren um über 1.659 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Investmentfonds und insbesondere Spezialfonds sind dabei die deutlich dominierende Anlageform der Kapitalanlagen. Seit 2005 wurden 60 Prozent des enormen Wachstums der Finanzaktiva in Investmentfonds allokiert. Das zeigt den Trend zur Verlagerung von der direkten zur indirekten Kapitalanlage bei verbindlichkeitsorientierten Investoren.

Anstieg um 1.008 Milliarden

Investmentfondsanteile sind mit 1.364 Milliarden Euro und einem Anteil von über 41 Prozent die deutlich dominierende Anlageform der Finanzanlagen der gesamten Betrachtungsgruppe. Die Entwicklung der Fondsquote ist dabei eindrucksvoll. Sie stieg von 22 Prozent per Ende 2005 um 1.008 Milliarden Euro auf besagte 41 Prozent Ende 2021.

Im Vergleich dazu ist der Bestand der zweitgrößten Position Schuldverschreibungen in Höhe von 529 Milliarden Euro fast schon bescheiden. Sie machen rund 16 Prozent der Finanzaktiva der betrachteten Branchen aus. Anteilsrechte folgen mit 481 Milliarden Euro und Kredite mit 404 Milliarden Euro. Bargeld und Einlagen schließen sich mit immerhin noch 349 Milliarden Euro und einem Anteil von knapp elf Prozent an. Die übrigen Finanzaktiva machen einen Betrag von 163 Milliarden Euro und einen Anteil von fünf Prozent aus.

Größtes Wachstum verzeichnen Pensionseinrichtungen

Pensionseinrichtungen sind dabei das Investorensegment mit den in Relation größten Wachstumsraten der Finanzaktiva. Der Bestand an Investmentfondsanteilen stieg hier von 84 Milliarden Euro Ende 2005 auf 464 Milliarden Euro per Ende 2021. Gleichzeitig stieg die Fondsquote an den Finanzaktiva von Pensionseinrichtungen von 35 Prozent per Ende 2005 auf bereits erwähnte 67 Prozent per Ende 2021. Mit zwölf Prozent folgen Ende 2021 Einlagen, neun Prozent sind Schuldverschreibungen, sieben Prozent Kredite.

Lebensversicherer halten die meisten Investmentfondsanteile

Lebensversicherungen sind die größte Anlegergruppe in Investmentfonds mit einem Volumen von 656 Milliarden Euro. Nicht-Lebensversicherungen schließen sich mit 227 Milliarden Euro an. Für Rückversicherungen spielen Investmentfonds kaum eine Rolle. Lebensversicherer halten zudem 48 Prozent ihrer Kapitalanlagen in Investmentfonds. Danach folgen Schuldverschreibungen mit 17 Prozent der Kapitalanlagen, 15 Prozent stecken in Krediten. Auch der Einlage-Anteil ist hoch mit elf Prozent.

Versicherer entziehen Spezialfonds Liquidität

Bei Versicherungen als größter Anteilseignergruppe im Spezialfondsmarkt scheinen die goldenen Zeiten von sehr hohen Nettomittelaufkommen allerdings vorbei zu sein, wenn sich der Trend der letzten vier Jahre fortschreibt. Im Rekordjahr 2015 sammelten Spezialfonds von Versicherungen noch 52,3 Milliarden Euro netto ein, im Jahr 2021 dagegen magere 13 Milliarden Euro. „Unsere Analyse zeigt weiterhin auf, dass Versicherungen seit 2018 auf Jahressicht extrem viel Liquidität aus Spezialfonds entzogen haben“, stellt Clemens Schuerhoff, Vorstand der Kommalpha AG, fest. „Diese findet sich in Allokationen außerhalb des Spezialfondsmantels wieder oder wird für betriebliche und bilanzielle Zwecke eingesetzt“, sagt Schuerhoff.

Das Nettomittelaufkommen von Altersvorsorgeeinrichtungen als zweitgrößte Investorengruppe im Spezialfondsmarkt befindet sich dagegen seit Jahren auf hohem Niveau mit steigender Tendenz. Das Jahr 2021 stellt das Rekordjahr hinsichtlich der Cashflows dar.

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