Versorgungswerke
12. Januar 2026

VZB zieht zur Schadensbegrenzung vor Gericht

Versorgungswerk will Schadensersatz von Beratern, Prüfern und Aufsicht. Anlagevermögen hat sich halbiert.

Das Versorgungswerk der Berliner Zahnärztekammer (VZB) versucht zu retten, was noch zu retten ist: Nachdem Thomas Schieritz, neuer Vorsitzender des Verwaltungsausschusses des VZB, Anfang Dezember dem Medium RBB sagte, dass man aktuell damit rechne, dass sich das Anlagevermögen des Versorgungswerks in etwa halbiert hat, versucht man nun vor Gericht Schadensersatz zu erwirken. Im Fokus stehen Banken, Prüfer und die Aufsicht des Landes.

Laut Handelsblatt hat das VZB ein gerichtliches Verfahren eingeleitet, um seine Verluste von mehr als einer Milliarde Euro gegen Berater, frühere Verantwortliche und auch gegen das Land Berlin geltend zu machen. Die Altersvorsorgeeinrichtung habe beim Kammergericht in Berlin eine Feststellungsklage beantragt, die sich gegen zwölf Parteien richten soll. Das Handelsblatt stützt sich bei der Meldung auf Informationen von Bloomberg.

Die Anwälte des VZB sollen unter anderem die Apo-Bank und die Hamburger Niederlassung des Abschlussprüfers Forvis Mazars als Gegner auflisten. Diese hätten schlecht beraten und Pflichten verletzt. Der Antrag sei Ende Dezember eingereicht worden und richte sich auch gegen neun ehemalige VZB-Verantwortliche. Laut VZB komme zudem eine Haftung des Landes Berlin in Betracht, weil die Senatsverwaltung das Versorgungswerk nicht entsprechend der gesetzlichen Vorgaben beaufsichtigt habe. Die Apo-Bank wies gegenüber dem Handelsblatt die Vorwürfe zurück, dass das Kreditinstitut für etwaige Verluste der VZB verantwortlich sei.

Gemäß einer Präsentation, die Bloomberg vorliegt, investierte das VZB in Hotels, Ferienanlagen und Start-up-Unternehmen, einschließlich eines digitalen Versicherers (die Element Insurance AG) und sogar in eine Garnelenzucht. Insolvenzen einiger dieser Unternehmen hätten zu Verlusten in Höhe von 274 Millionen Euro geführt, während separate Abschreibungen auf die zwölf größten Beteiligungen des VZB insgesamt 791 Millionen Euro betragen haben sollen. Die tatsächliche Schadenshöhe soll voraussichtlich im ersten Quartal 2026 vorliegen.

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