Strategien
8. Dezember 2021

Weiter in Partystimmung

Anleger zumindest für 2022 noch optimistisch. Taktik wird wichtiges Steuerungselement.

Weltweit blicken institutionelle Anleger mit einem gehörigen Schuss Optimismus auf das Jahr 2022. Gefragt nach Änderungen in der Allokation wollen die Investoren praktisch alle Asset-Klassen erhöhen. Dies geht aus aktuellen Umfrageergebnissen von Natixis Investment Managers hervor. Befragt worden waren 500 Großanleger aus 29 Ländern in Nordamerika, Lateinamerika, Großbritannien, Kontinentaleuropa, Asien und dem Mittleren Osten.

Besonders deutlich ist das Übergewicht von „Increase“ gegenüber „Decrease“ bei Aktien aus den Regionen Emerging Markets und Asien-Pazifik, bei Green Bonds sowie bei Infrastruktur, Private Debt, Private Equity und Absolute Return. Auch Real Estate/Reits und Crypto Currencies sehen die Großanleger optimistisch. Nur für US-Aktien, Staatsanleihen und Cash überwiegen die Reduktionspläne. Sorgen bereiten aber die durch die Zinspolitik verzerrten Bewertungen an den Aktienmärkten, die nach Auffassung der Investoren die fundamentale Lage der Unternehmen nicht mehr hinreichend reflektieren. 20 Prozent sagten, auf die Bewertungen sei kein Verlass mehr.

Mehr Taktik

Geplant ist auch, ein großes Gewicht auf die Taktik zu legen.  Mit taktischen Positionierungen wollen die Anleger versuchen, steigender Inflation, Zinserhöhungen und höherer Volatilität an den Aktien,- Renten- und Währungsmärkten entgegenzuwirken. Für ein stärkeres taktisches Vorgehen spricht, dass aus mittelfristiger Sicht der Optimismus schwindet. 62 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die aufgestaute Nachfrage nach großen Anschaffungen im Jahr 2022 eine wichtige Triebfeder für das Wachstum sein wird. 68 Prozent sind der Meinung, dass die lange Hausse zu Ende gehen wird, sobald die Zentralbanken das Gelddrucken einstellen. Dies werde allerdings nicht im kommenden Jahr der Fall sein.

Das verstärkt taktische Vorgehen gilt vor allem für den Bereich von Privat Equity und Private Debt, in den in diesem Jahr bereits über 80 Prozent der Großanleger investiert sind. Für 2022 nennen die Anleger hier Informationstechnologie (45 Prozent), Gesundheitswesen (41 Prozent) und Infrastruktur (40 Prozent), gefolgt von Energie (34 Prozent) als die attraktivsten Sektoren. Allerdings ist weniger als die Hälfte der Befragten (45 Prozent) der Meinung, dass die Private Markets im Falle einer Marktkorrektur angesichts von Rekordniveaus einen sicheren Hafen bieten.

Nachfrage nach Kryptowährungen

Weitere Erkenntnis der Natixis-Studie: Zunehmend erwärmen sich institutionelle Anleger inzwischen auch für digitale Vermögenswerte: 28 Prozent investieren bereits in Kryptowährungen, und vier von zehn halten digitale Vermögenswerte für eine legitime Anlagemöglichkeit.

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