Schwarzer Schwan
20. April 2012

Wie die EZB unermüdlich gegen Inflation kämpft

Lesen Sie in dieser Ausgabe des Schwarzen Schwan der Woche, was EZB-Chef Mario Draghi und Costa-Concordia-Kapitän Francesco Schettino verbindet. Abgesehen von Ihrer Staatsangehörigkeit.

Das martialische Gedröhne der Politik und der Europäischen Zentralbank über Bazookas, Dicke Berthas und Feuerkraft macht offensichtlich Eindruck. Allerdings weniger auf die Kapitalmärkte als auf die EZB-Mitarbeiter. Für diese ist es nun offenbar alternativlos, über ihre Personalvertretung einen Inflationsschutz ihrer Pensionen einzufordern. „Unglücklicherweise sind die Pensionen der EZB-Beschäftigten nicht gegen Inflation geschützt“, zitiert die „FAZ am Sonntag“ Carlos Bowles, einen Sprecher der Personalvertretung. Ein Pensionär habe mit Unterstützung der Personalvertretung der Notenbanker-Gewerkschaft auch bereits vor dem Europäischen Gerichtshof geklagt. 
Nachdem die Beamtenkollegen in Brüssel jahrelang Subventionen in nicht vorhandenen griechischen Olivenhainen versickern ließen und bei griechischen Parlamentariern deren Informationsvorsprung in den Transfer ihrer Diäten in das Ausland mündete, scheint das Vorgehen der EZB-Beschäftigten nur konsequent. Ein gutes Beispiel gab auch der Kapitän der Costa Concordia, der noch nach der Havarie Schwierigkeiten leugnete und kurz darauf „zufällig“ in ein Rettungsboot gefallen sein wollte und sich dann weigerte, wieder an Bord zu gehen. Was Kapitän Francesco Schettino, die Parlamentarier und die EZBler unter Mario Draghi gemeinsam haben ist Insiderwissen. 
Die Not ist groß. „Wir verstehen nicht, warum die Führung der EZB es ablehnt, unsere Pensionen gegen die Inflation zu schützen“, wird gejammert. Und warum sollten Mitarbeiter der EZB nicht genauso schützenswert sein wie der Juchtenkäfer in Stuttgart oder Investmentbanker? Weil die wichtigste Aufgabe der EZB darin liegt, die Inflation einzudämmen – und zwar glaubwürdig und nicht nur im eigenen Pensionsfonds! Ansonsten ist die EZB nicht mehr systemrelevant und muss wie eine Investmentbank abgewickelt werden. 
Die Personalvertretung der EZB und portfolio wünschen Ihnen ein schönes, sorgloses Wochenende!
Autoren:

In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.