Traditionelle Anlagen
18. September 2023

Wo am langen Ende mehr zu verdienen ist

HQ Trust: In 13 von 35 Staaten keine inverse Zinsstrukturkurve.  

Wer derzeit sein Portfolio in Richtung Asset-Liability-Management trimmen will, muss damit zurechtkommen, dass es am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve mehr zu verdienen gibt. Grund ist die inverse Zinsstrukturkurve. Diese ist jedoch nicht in allen Regionen gegeben. Eine Ausnahme ist beispielsweise Italien. Darauf, dass es selbst innerhalb der Eurozone deutliche Unterschiede gibt, macht eine Untersuchung von Sebastian Dörr aufmerksam. Der Kapitalmarktanalyst von HQ Trust hat für insgesamt 35 Industrie- und Schwellenländer den aktuellen Abstand zwischen den 10-Jahres- und den 1-Jahres-Zinsen berechnet.

Dörr hat für insgesamt 35 Industrie- und Schwellenländer den aktuellen Abstand zwischen den 10-Jahres- und den 1-Jahres-Zinsen berechnet. Das Hauptergebnis: „Der Grundsatz, dass langlaufende Staatsanleihen mehr Zinsen bringen als kurzlaufende gilt aktuell nur für 13 der untersuchten 35 Länder“, so Dörr.

Weiter geht aus der Analyse hervor, dass die Bildung der Strukturkurve nicht allein von den Zinsen abhängt. „Trotz einer einheitlichen Zentralbank, der EZB, sind die Unterschiede zwischen den Ländern innerhalb der Eurozone beachtlich. Während in den Niederlanden oder Deutschland die Kurzläufer rund einen Prozentpunkt mehr Rendite bringen, liegen in Italien die Langläufer rund 0,5 Prozentpunkte über den einjährigen Anleihen“, erklärt Dörr. „Die Gründe hierfür liegen insbesondere in der höheren Verschuldung sowie einer weniger stabilen Haushaltssituation Italiens. Die höhere Rendite ist daher angesichts der Unsicherheit als eine Art ‚Risikozuschlag‘ anzusehen.“ Wie in Italien sind in Europa auch in Polen und Griechenland die Kurven nicht invers.

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