Traditionelle Anlagen
28. Oktober 2015

Zehn Jahre Underperformance

Aktiv verwaltete Fonds, die in deutsche Aktien investieren, hinken ihrer Benchmark mehrheitlich hinterher. Je länger der Zeitraum, desto schlimmer ist es. Auch in anderen Regionen zeigt sich ein ähnliches Bild.

Aktiv oder passiv? Diese Debatte wird seit Aufkommen des ersten Indexfonds leidenschaftlich geführt. Diverse wissenschaftliche Studien haben sich bereits mit dieser Thematik befasst. Auch der Index-Provider S&P bringt sich seit einigen Jahren in die Debatte ein und veröffentlich halbjährlich Scorcards für verschiedene Regionen, in denen aktive Aktienfonds mit ihren jeweiligen Benchmarks verglichen werden. Für Europa liegen nun erstmals Daten über einen Zehnjahreszeitraum bis zum 30. Juni 2015 vor. 
Eines der wesentlichen Ergebnisse: Über einen Anlagehorizont von zehn Jahren konnten 83 Prozent der aktiv verwalteten Fonds, die in deutschen Aktien anlegen, den S&P Germany BMI, ein Performance-Index, nicht übertreffen. Auch über kürzere Anlagehorizonte sieht es kaum besser aus. Innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahr blieben 64 Prozent der aktiv verwalteten Aktienfonds, die in Deutschland anlegen, hinter dem Index zurück. Innerhalb von drei und fünf Jahren blieben 66 beziehungsweise 74 Prozent der aktiv verwalteten Aktienfonds, die in Deutschland anlegen, hinter dem Index zurück. 
In anderen Regionen erging es aktiv verwalteten Fonds nicht besser. Fonds, die aktiv in europäische Aktien investieren, haben über einen längeren Zeithorizont mehrheitlich ihre Benchmark nicht geschlagen. Über einen Zehnjahreszeitraum hinkten 92 Prozent der Fonds, die in Aktien der Eurozone anlegen, und 87 Prozent der Fonds, die in europäische Aktien anlegen, ihrer jeweiligen Benchmark hinterher. In den USA zeigt sich über den langen Zeitraum ein noch deutlicheres Bild: Über 98 Prozent der aktiven Fonds, die in US-Aktien anlegen, konnten mit dem S&P 500 nicht mithalten.  
Da aktiven Fonds nachgesagt wird, in ineffizienten Märkten besonders gut zu sein, steht zu vermuten, dass zumindest in den Schwellenländern aktives Management besser abgeschnitten hat. Laut dem entsprechenden Report von S&P war dies jedoch nicht der Fall. Die Mehrheit der Fonds blieb hinter der Benchmark zurück – ungeachtet der Währungsklassen.        
In dem Report hat S&P auch die „Überlebensrate“ der aktiv verwalteten Fonds angeschaut. Dabei zeigt sich: Bei den Fonds, die in deutschen Aktien anlegen, ist fast die Hälfte (45 Prozent) innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren verschwunden. 
portfolio institutionell newsflash 28.10.2015/Kerstin Bendix
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