Asset Manager
15. August 2013

Zum Wechsel bereit: Investoren tauschen Manager aus

Institutionelle Investoren haben ihre Liebe zu Direktinvestments wiederentdeckt. Dies geht aus der Spezialfonds-Marktstudie 2013 von Telos hervor, für die 76 Anleger mit einem Volumen von rund 480 Milliarden Euro befragt wurden.

So nehmen die Direktbestände fast zwei Drittel der Gesamt-Assets ein. Der Anteil der Spezialfonds ist gegenüber dem Vorjahr dagegen von 44 auf 34 Prozent gesunken. Zwischen den Investorengruppen gibt es dabei gravierende Unterschiede. Während bei Versicherungen die Direktbestände mit drei Viertel dominieren, nutzen Corporates bevorzugt Spezialfonds. Die Quote liegt zwischen 75 und 90 Prozent. Auch Versorgungswerke setzen verstärkt auf Spezialfonds. Im Schnitt nehmen diese 60 Prozent der gesamten Mittel ein. Bei Banken ist das Bild uneinheitlich.

Obwohl der Direktbestand an Bedeutung gewonnen hat, besteht für Spezialfondsanbieter kein Grund zum Trübsalblasen. Laut Studie will mindestens jeder zweite institutionelle Anleger in den nächsten zwölf Monaten neue Mandate auflegen, wobei auch hier große Unter­schiede zwischen den Investorengruppen zu beobachten sind. Bei der Wahl der Asset Manager werden nach wie vor inländische Adressen bevorzugt. Immerhin 70 Prozent aller Spezialfonds sind in den Händen deutscher Manager. Insbesondere bei Banken ist diese­ Präferenz ausgeprägt; sie verzichten teilweise ganz auf die Mandatierung ausländischer Anbieter.

Deutsche Häuser sollten sich darauf jedoch nicht ausruhen. Denn sobald Investoren mit ihren Managern unzufrieden sind, zögern sie nicht, diese auszutauschen. Wie die Studie zeigt, hat die Wechselbereitschaft im Vergleich zum Vorjahr nochmals zugenommen. 56 Prozent gaben an, zur Auswechslung ihres Asset Managers innerhalb der nächsten zwölf Monate bereit zu sein. Zum Vergleich: 2012 waren es „nur“ 46 Prozent.

Ein Blick auf die Werttreiber bei der Auswahl von Asset Managern­ zeigt, dass auch das Anspruchsniveau deutlich gestiegen ist. Die Bedeutung­ von Kriterien wie Performance, Risikomanagement, Reporting und Kundenservice hat gegenüber dem Vorjahr noch einmal zugenommen. Allerhöchste Priorität genießt die Performance. In diesem Punkt bescheinigen die Anleger ihren Managern eine gute Leistung. Immerhin 78 Prozent sind zufrieden oder sehr zufrieden. Ganz anders sieht es mit der Zufriedenheit in Sachen Risikomanagement aus. In der aktuellen Studie war kein Anleger sehr zufrieden und nur knapp jeder Zweite zufrieden. Ihre Hausaufgaben gemacht haben die Asset Manager offenbar beim Reporting. In der Studie von 2012 zeigten sich die Anleger in diesem Punkt mit ihren Anbietern noch recht kritisch – nur 15 Prozent waren mit der Leistung sehr zufrieden und knapp die Hälfte zufrieden. Das hat sich nun geändert. Jetzt sind 70 Prozent zufrieden und elf Prozent sehr zufrieden. 

portfolio institutionell, Ausgabe 7/2013

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